Donnerstag, 17. März

Dylan Hour II

Von: Musikredaktion | Marco Demel und Thomas Waldherr

Sonymusic/Ken Regan

Do, den 17. März 2016, von 21:00 bis 23:00 Uhr 

Von "Desire" zu "The Last Waltz"

Die Jahre 1975 und '76 gehören zu den produktivsten und künstlerisch interessantesten Phasen in Dylans Karriere. Nachdem Anfang 1975 das schmerzvolle Trennungsalbum "Blood On The Tracks" das Scheitern seiner Ehe mit Sara öffentlich machte, begab sich Dylan wieder auf die Reise. Er verbringt im Sommer einige Wochen in Südfrankreich und taucht nach der Rückkehr wieder tief in die Greenwich Village-Szene ein. Er hängt im Bitter End ab, spielt mit alten Kumpels wie Ramblin' Jack Elliott und Roger McGuinn und datet Pati Smith und Bette Midler.

Im Sommer hatte er das Buch von Rubin "Hurricane" Carter gelesen, der zu Unrecht wegen Mordes verurteilt wurde. Er hat Rudimente dieses Songs in der Tasche als er den Off-Broadway-Auto Jaques Levy kennengelernt. Mit ihm zusammen geht das Songschreiben richtig gut und Dylan hat Material genug, um ins Studio zu gehen. "Desire" entsteht. Ein Album der Sinnsuche, mit dem Anknüpfen an alte Folktraditionen und der Beschäftigung mit neuem Spiritualismus. Von Woody bis Buddha. Mit dabei u.a. die Geigerin Scarlet Rivera, der spätere Erfolgsproduzent T-Bone Burnett und Emmylou Harris

Irgendwann ein Wort das andere und die ganze Musikerphalanx  - ergänzt um Joan Baez, Ramblin' Jack Elliott und Roger McGuinn - geht im Herbst auf Tour durch die Nordenglandstaaten. Die "Rolling Thunder Review" ist geboren. In kleineren Hallen wird ein besonderes musikalisches Schauspiel aufgeführt: Irgendwo zwischen Commedia dell'arte und einer Minstrel-Medicine-Show. Dylan ist weißgeschminkt oder tritt mit der Bob Dylan-Maske auf. Abschluss und Höhepunkt ist das große "Hurricane"-Benefizkonzert im New Yorker Madison Square Garden.

Dylan will das Ganze 1976 fortsetzen und scheitert mit seiner "Rolling Thunder Review II" grandios. Irgendwo im Mittleren Westen geht der Tour die Puste aus. Zwei Konzerte werden mitgeschnitten, doch nur die Aufnahmen aus Boulder, Colorado werden unter dem Namen "Hard Rain" als Album und als TV-Special veröffentlicht. Und doch: Die Musik dieser Konzerte war großartig.

Sein letzter Auftritt, bevor Dylan wieder einmal von der Bildfläche verschwindet, ist dann beim Abschiedskonzert von "The Band" im November 1976, dessen Verfilmung von Martin Scorsese bis heute einer der besten Rockmusikfilme ist. Danach folgt die Scheidung und 1978 beginnt ein neuer Schaffensabschnitt Dylans.

Marco Demel und Thomas Waldherr werden mit ausgewählten Dylan-Songs und viel Hintergrundinformationen an diese bedeutende Dylan-Phase zurückblicken.

 
Website Bob Dylan

 

 


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Zuletzt aktualisiert: 24.05.2016